Eine Testbarkeitsprüfung sollte vor der Layoutfreigabe festlegen, welche Netze physischen Prüfzugang, Boundary Scan oder Funktionstests benötigen. Fehlender Zugang kann die Fehlersuche verlängern; Abdeckung und Geschwindigkeit eines automatisierten Tests hängen von der konkreten Schaltung und dem Testprogramm ab.
Design for Testability (DFT) ist keine Aufgabe, die erst nach dem Routing in Restflächen gequetscht wird. Sie berücksichtigt mechanische Prüffreiräume, Nadelabstände, parasitäre Kapazität auf schnellen Signalen und den Kostenvergleich zwischen Flying-Probe-Tests mit separat zu bestätigenden Rüstkosten und ICT-Nadelbettadaptern.
Geometrie von Testpunkten: Pad-Durchmesser, Oberflächen und Prüfspitzenformen
Eine gefederte Prüfspitze stellt durch Federkraft den elektrischen Kontakt zum Testpad her. Die Kontaktkraft liegt häufig etwa zwischen 1,5 und 8,0 Unzen, hängt aber vom jeweiligen Prüfspitzenmodell ab. Kontaktkraft, Zugänglichkeit, Oberflächenfinish und Wiederholbarkeit sind anhand der Herstellerangaben und des konkreten Prüfadapters abzustimmen.
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Testpunkten: flache, unbestückte Kupferflächen für Flying-Probe-Nadeln und ICT-Nadelbettkontakte sowie bestückte Durchkontaktierungs- oder SMD-Schleifen, Türmchen und Stiftleisten zum Anschluss von Oszilloskop-Masseleitungen oder Logikanalysatoren beim Laboraufbau. Diese Funktionen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Geometrie.
Übliche Prüfspitzenformen und Kontaktmechanik (Eignung anhand des Modells prüfen):
1. Lanzenspitze / Punkt 2. Kronenspitze / Mehrpunkt 3. Kelchspitze
| | | | \_/
/ \ / \|/ \ | |
+---+ +-------+ +---+
| | |
(für bestimmte Oberflächen) (Kontakt abhängig von Pad/Spitze) (für passende Pins)
Die folgenden Maße sind Beispiele für die Layoutabstimmung, keine IPC-Grenzwerte und keine garantierte Leistungsfähigkeit jedes Prüfadapters. Stimmen Sie die Auslegung anhand der tatsächlichen Prüfspitze, Pad-Oberfläche, Kontaktkraft und Wiederholbarkeit mit dem Testingenieur ab.
| Strukturparameter | Maßbeispiel (zu bestätigen) | Beispiel für enges Layout (zu prüfen) | Auswirkung auf Adapter und Prüfung |
|---|---|---|---|
| Testpad-Durchmesser (Dpad) | 0,90 mm (35 mil) | 0,70 mm (28 mil) | Kleinere Pads können präzisere Führungsplatten erfordern und das Risiko eines Fehlkontakts erhöhen; Padgröße allein belegt weder Lebensdauer noch Fehlerrate |
| Test-Vias / Pads | 0,80 mm Pad, Rückseite abgedeckt als Entwurfsvorschlag | 0,60 mm Via nur nach Prüfung | Offene Vias können scharfe Spitzen beschädigen; ebene Vollflächen oder fachgerecht gefüllte und plan geschliffene Vias prüfen |
| Mittenabstand Pad-zu-Pad (P) | 2,54 mm (100 mil) | 1,27 mm (50 mil) | Geeignete Spitzen und Zugänglichkeit richten sich nach Raster und Adapter; daraus folgt keine feste Preis- oder Leistungszusage |
| Lötstopplack-Freisparung | 0,127 mm (5 mil) Aufweitung als Vorschlag | 0,075 mm (3 mil) Aufweitung als Vorschlag | Freisparung anhand der Registrierfähigkeit des Herstellers und des Kontaktpunkts abstimmen; Lötstopplack kann den Kontakt behindern, Fehlerursachen sind aber auch in Ausrichtung und Adapter zu suchen |
| Oberflächenfinish der Testflächen | ENIG oder OSP als Optionen prüfen | HASL und weitere Finishes auf Spitzenkompatibilität prüfen | Ebenheit, Oxidation, Rückstände und Spitzengeometrie beeinflussen gemeinsam den Kontakt; Auswahl anhand von Herstellerangaben und Prüfung |
| Randabstand zu Plattenkanten | 3,18 mm (125 mil) als Bezugsvorschlag | 2,54 mm (100 mil) als Bezugsvorschlag | Tatsächlichen Abstand zu Dichtlippen, Niederhaltern und Transportschienen des Adapters ermitteln |
Flying-Probe-Geräte und Nadelbettadapter tolerieren unterschiedliche Padgrößen und Lageabweichungen. Ein 0,70 mm (28 mil) großes Pad kann bei engem Layout als Ausgangspunkt für die Prüfung dienen; die Eignung hängt von Prüfspitze, Führungsplatte, Leiterplattentoleranz und validiertem Kontakt ab. Auch 0,90 mm (35 mil) Pads mit 75- oder 100-mil-Raster sind Entwurfsvorschläge, die am Zieladapter geprüft werden müssen. Aus dem Pad-Durchmesser allein lässt sich keine Lebensdauer von 100.000 Prüfzyklen ableiten.
Bauteil- und Mechanikabstände: Kollisionsschutz für Prüfspitzen
Ein ICT-Nadelbettadapter ist ein elektromechanisches Prüfmittel. Beim Andrücken der Leiterplatte an die gefederten Prüfspitzen müssen Prüfspitzenkörper, obere Niederhalter und Bauteile genügend Abstand zueinander haben. Die folgenden Abstände sind Layoutvorschläge, die der Adapterkonstrukteur vor dem Einfrieren des Layouts anhand von Adapter, Bauteilen und Leiterplattentoleranzen freigeben muss.
Mechanische Freiräume um Leiterplatten-Testpunkte
(Nur Layoutbeispiel; Maße vom Adapterkonstrukteur bestätigen lassen)
[ Hohes Bauteil ]
[ z. B. Abschirmung / Drossel ]
+----------------+
| |
[ Testpad-Fläche ] | Höhe H |
| | > 5,0 mm |
+-------+-------+ +----------------+
| Kupfer| Pad | | Lötanschluss |
========+=======+=======+====+================+==== Leiterplattenoberfläche
|<-- C_comp --->|
Sicherheitsabstand
Beispielwerte, vom tatsächlichen Adapter freizugeben:
- Bauteilhöhe H ≤ 2,0 mm: Pad-zu-Bauteilkante 0,50 mm (20 mil)
- Bauteilhöhe H > 5,0 mm: 3,0–3,8 mm (120–150 mil) als Vorschlag prüfen
- Prüfspitzen-Raster 100/75/50 mil mit Spitzen- und Adapterdaten abgleichen
Prüfen Sie vor dem Layout-Freeze folgende Vorschläge gemeinsam mit dem Adapterkonstrukteur und passen Sie sie an die tatsächliche Abstützung und Prüfspitzenanordnung an:
- Abstand zu flachen SMD-Bauteilen (H ≤ 2,0 mm): Ein Kantenabstand von 0,50 mm (20 mil) kann als Entwurfsvorschlag dienen. Prüfen Sie, ob Prüfspitzenkrone oder -hülse Bauteilkörper oder Keramikkondensator berühren kann.
- Abstand zu hohen Bauteilen (H > 5,0 mm): Ein Abstand von 3,0 bis 3,8 mm (120 bis 150 mil) zu Elektrolytkondensatoren, Drosseln und Klemmen kann als Vorschlag dienen. Ausfräsungen, Abstützung und Spitzenposition legt der Adapterkonstrukteur anhand des tatsächlichen Aufbaus fest.
- Einseitige Zugänglichkeit: Wenn die Prüfanforderungen es zulassen, kann eine Konzentration der Testpunkte auf einer Seite, häufig der Unterseite, die Adapterkonstruktion vereinfachen. Prüfumfang, Kosten und Wartung müssen anhand von Angebot und Abstützung geprüft werden; eine feste Einsparung darf nicht angenommen werden. Einzelne Testpunkte auf der zweiten Seite begründen nicht automatisch einen zweiseitigen Adapter.
- Passbohrungen: Mindestens zwei unbeschichtete Passbohrungen diagonal anzuordnen, kann geprüft werden. 3,175 mm (0,125 Zoll) Durchmesser mit ± 0,05 mm Toleranz ist ein möglicher Vorschlag; Lage, Maß und Toleranz müssen vom Adapterkonstrukteur freigegeben werden.
Signalintegrität bei High-Speed-Leitungen: Parasitäre Stichleitungseffekte
Geometrie und elektrische Belastung von Testpunkten sollten auch auf Analog- und Versorgungsnetzen geprüft werden; Strompfade, Kapazität und Zugänglichkeit können relevant sein. Bei schnellen digitalen Schnittstellen wie DDR4/DDR5, PCIe, USB 3.2 und Multi-Gigabit-SerDes können Pad und Abzweig eine nicht abgeschlossene Stichleitung bilden. Die tatsächliche Wirkung hängt vom Pad, Lagenaufbau, Prüfmittel und der Flankensteilheit der Schnittstelle ab.
Schematische parasitäre Diskontinuität eines High-Speed-Testpunkts
(Parameter anhand der tatsächlichen Struktur modellieren)
High-Speed-Differenzialleitung
========================+=========================> Zum Empfänger-IC
|
| <- Abzweigende Stichleitung (Induktivität L_stub)
|
+---+
| | <- Testpad-Fläche (Belastung abhängig vom Aufbau)
+---+
|
(Zusätzliche Kapazität zur Referenzfläche möglich)
Die Auswirkungen eines Testpunkts auf schnelle Signale müssen für die tatsächliche Struktur bewertet werden. Weisen Sie nicht jedem Pad denselben Kapazitätswert oder Impedanzeinbruch zu:
- Kapazitive Belastung (Cpad): Padfläche, Dielektrikum, Abstand zur Referenzfläche und Prüfspitze beeinflussen die Belastung. Modellieren oder messen Sie die tatsächliche Struktur, statt pauschal 0,3 bis 0,8 pF oder einen festen Impedanzeinbruch anzunehmen.
- Stichleitungsresonanz: Der Abzweig kann Hochfrequenzanteile reflektieren und frequenzabhängige Änderungen im Übertragungsverhalten (S21) erzeugen. Das ideale Leitungsmodell dient zur Abschätzung:
Unter der idealisierten Annahme Dk=4 liegt die Viertelwellenlängenfrequenz für eine Stichleitung von 1,0 mm bei etwa 37,5 GHz. Das ist eine Modellabschätzung und kein Beleg dafür, dass eine reale Verbindung bei dieser Frequenz ausfällt oder das Augendiagramm schließt; entscheidend ist der vollständige Kanal samt Messaufbau.
| Signalgruppe / Datenrate | Mögliche Testpunktstrategie | Am tatsächlichen Interface zu prüfen |
|---|---|---|
| Gleichspannungsversorgung, Masse, Reset, langsame GPIO/I2C | Dediziertes Pad auf der Unterseite mit 0,80–1,00 mm als Option; 2,54 mm (100 mil) Raster prüfen | Strompfad und tatsächliche Flankensteilheit; keine allgemeine Längenbegrenzung annehmen |
| Takte und Single-Ended-Busse (50–500 MHz) | In-Line-Pad direkt in der Leiterbahn erwägen, ohne Abzweig | Belastung und Signalform für die Zielschnittstelle prüfen |
| Mittelschnelle Schnittstellen (1–5 Gbps) | Am Pad des seriellen Dämpfungswiderstands oder AC-Koppelkondensators am Leitungsende prüfen | Eignung des Messpunkts für die jeweilige Schnittstelle bestätigen |
| High-Speed-SerDes (>5 Gbps, z. B. PCIe 4/5, DDR5, USB4) | Pad und Stichleitung modellieren und ein unterstütztes Testverfahren wählen | JTAG erfordert kompatible Bauteile und Zugriff; IBIS-AMI-Modellierung ist keine BIST-Implementierung |
Ein physischer Testpunkt ist nicht allein wegen einer Datenrate über 5 Gbps grundsätzlich ausgeschlossen. Berücksichtigen Sie Signalbudget, Messverfahren und Zugriff und prüfen Sie, ob Boundary Scan oder andere Testverfahren passen.
Wirtschaftlicher Vergleich: Flying-Probe-Test versus ICT-Nadelbettadapter
Wählen Sie das Testverfahren anhand konkreter Angebote, der geprüften Fehlerabdeckung und der Taktzeit für die jeweilige Leiterplatte. Die folgenden Kosten- und Zeitangaben sind hypothetische Vergleichswerte und keine Marktspannen, HILPCB-Preise oder Lieferantenzusagen. Programmierung, Support und Hilfswerkzeuge können bei beiden Verfahren anfallen. Der DFT-Leitfaden von Genesys veranschaulicht, dass Spitzenabmessungen, Zugang, Freiräume und Passungen vom jeweiligen Adapter abhängen.
Schematischer Kostenvergleich: Flying Probe und ICT
Hypothetische Eingaben, keine typischen Marktkosten oder Stückzahlschwelle
Gesamtkosten ($)
|
| / Flying Probe (im Beispiel ohne dedizierten Nadelbettadapter)
| /
| / Schnittpunkt auf Basis der Beispielwerte
| / (hier etwa 128 Baugruppen, keine allgemeine Schwelle)
| / \\
| / v
| /-------------------==================== ICT-Adapter
| /
| /
$0 +----------------------------------------------------> Fertigungsmenge
| Vergleichsparameter | Flying-Probe-Tester (FPT) | ICT-Nadelbettadapter | Einfluss auf die Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Einmalige Adapterkosten (NRE) | Im Beispiel 0 für einen dedizierten Nadelbettadapter; Programmierung und Hilfswerkzeuge nicht enthalten | Im Beispiel 1.500 bis 5.000+ je Sonderadapter | Sonderadapterbedarf und weitere Einrichtungskosten anhand des Angebots prüfen |
| Rüst- und Bereitstellungszeit | Im Beispiel 1–2 Tage | Im Beispiel 2–3 Wochen | Nur Vergleichsannahme; tatsächliche Lieferzeiten beim Anbieter erfragen |
| Prüfdauer je Leiterplatte | Im Beispiel 1–5 Minuten | Im Beispiel 10–25 Sekunden | Abhängig von Prüfumfang, Leiterplatte und Programm; Flying Probe tastet nacheinander, ICT kann zugängliche Knoten parallel prüfen |
| Prüfkosten je Leiterplatte | Im Beispiel 15,00 bis 45,00 | Im Beispiel 0,75 bis 2,50 | Keine allgemeingültigen Preise oder Zusagen; konkreten Prüfumfang und Stückzahl anfragen |
| Zugang zu Knoten und Netzen | Flexibler Prüfzugang, abhängig von Pad und Spitze | Begrenzt durch mechanischen Rasterabstand und Bestückungsdichte | Zugänglichkeit und Prüfgenauigkeit am realen Layout bewerten |
| Prüfung auf Bauteilebene | Widerstände, Kondensatoren, Dioden, Unterbrechungen und Kurzschlüsse; Umfang geräteabhängig | Analoge Signaturen, Unterbrechungen und Kurzschlüsse; ungepowerte Logiktests systemabhängig | Unterstützte Testmodi und Abdeckung vereinbaren; keines der Verfahren prüft automatisch jeden Fehler |
| In-System-Programmierung (ISP) | Geschwindigkeit und Funktion abhängig von Gerät und Konfiguration | Zugang über Prüfspitzen, Programmierer und Systemkonfiguration bestätigen | Nur nach Konfigurationsprüfung in den Prüfablauf aufnehmen; keine Standardfunktion jedes ICT-Systems |
Berechnung der Break-Even-Stückzahl
Liegen tatsächliche Angebote für Einmal- und Stückkosten beider Verfahren vor, lässt sich mit folgender Formel ein projektspezifischer Schnittpunkt abschätzen. Das Ergebnis ist keine allgemeine Regel für den Wechsel des Testverfahrens:
Als reines Rechenbeispiel: Bei angenommenen ICT-Adapterkosten von $3.000, Flying-Probe-Kosten von $25,00 je Leiterplatte und ICT-Kosten von $1,50 je Leiterplatte ergibt sich:
Dieses Ergebnis gilt nur für die genannten Annahmen. Die Auswahl muss außerdem Prüfabdeckung, Taktzeit, Vorbereitung und Wartung sowie erwartete Wiederholaufträge berücksichtigen. Informieren Sie sich über unseren PCBA-Bestückungsservice, um mehr über die Integration von Fertigungstests zu erfahren.
Fehlermatrix und Ursachenanalyse bei Prüfplatzproblemen
Melden ICT oder Flying Probe ungewöhnliche Ergebnisse, sollte zwischen Adapterausrichtung, Kontaktproblemen und echten Bestückungsfehlern unterschieden werden. Die folgenden Maßnahmen und Zahlen sind mögliche Prüfschritte; bewerten Sie sie anhand der Herstellerdaten der Prüfspitzen, der Leiterplattenlimits und der vorliegenden Befunde. Sie sind keine automatischen Produktionseinstellungen.
| Fehlerbild | Beobachtbares Symptom | Möglicher Mechanismus | Erkennungszeitpunkt | Abhilfemaßnahme zur Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Sporadischer False Open an einem Netz | Gute Baugruppen melden gelegentlich eine Unterbrechung | Prüfspitze trifft wegen Lageabweichung den Lötstopplackrand | Erstmuster bei ICT oder Flying Probe | Pad- und Lötstoppregistrierung prüfen; größere Freistellung oder erneutes Kalibrieren der Passstifte als Optionen bewerten. Maße abstimmen. |
| Ablösung oder Abheben des Testpads | Kupferfläche löst sich nach dem Test vom Träger | Federkraft, Wärmehistorie oder unzureichende Padverankerung | Sichtprüfung nach dem Test | Federkraft anhand der Prüfspitzendaten prüfen; Anschluss und Tropfenform der Leiterbahn kontrollieren, statt nur eine Maßnahme anzunehmen. |
| Druckstelle oder Durchstoß im Pad | Tiefe Delle in Kupfer oder Dielektrikum | Kombination aus Spitzenform, Kontaktkraft, Kupferdicke und Finish | Untersuchung des fehlerhaften Pads | Spitzenform, Kontaktkraft und Oberflächenvorgaben anhand der Herstellerangaben und Leiterplattenlimits bewerten. Kupferdicke nur nach konkreter Prozessprüfung festlegen. |
| Erhöhter Übergangswiderstand (z. B. Messwert >1,0 Ω) | Messwerte passiver Bauteile weichen ab | Flussmittelrückstände, OSP-Oberflächenzustand, verschmutzte Spitzen oder Kontaktbedingungen | Während eines Serienlaufs | Oberfläche und Spitzenzustand prüfen. Reinigung alle 500 Zyklen oder ein Wechsel des Spitzenmodells sind mögliche Wartungsansätze, deren Frequenz nach Geräteangaben und Überwachung festzulegen ist. |
| Verformung der Leiterplatte oder Bauteilschaden | Nach dem Test festgestellte MLCC-Risse oder andere Schäden | Abstützposition, Anpresskraft, Leiterplattendicke und Prüfpunktverteilung wirken zusammen | Funktions- oder Sichtprüfung nach ICT | Zusätzliche Stützstifte und angepasste Druckstruktur prüfen. Die zulässige Durchbiegung anhand des konkreten Leiterplattendesigns und der Adaptervalidierung bestimmen, keinen allgemeinen Grenzwert annehmen. |
Vorbereitung der Fertigungsunterlagen für die Prüftechnik (Submit / Release Aid)
Mit der RFQ oder dem Freigabepaket übermitteln:
- IPC-D-356A-Netzliste mit Netznamen, Bauteilanschlüssen, X/Y-Koordinaten der Testpunkte, Zugangsseite (Top/Bottom) und Pad-Durchmesser.
- Gerber-Archiv (
RS-274X/Gerber X2),ODB++oderIPC-2581mit freigelegten Testpads auf der Lötstoppmaske (GTS/GBS) und ohne Öffnungen in der Pastenmaske (GTP/GBP); Steckverbinder für Labor-Testjumper in der Stückliste kennzeichnen. - DFT-Abdeckungsübersicht mit der Gesamtzahl der Schaltungsnetze im Vergleich zu elektrisch erreichbaren Testpunkten sowie vorhandenen JTAG-Boundary-Scan-Ketten.
- Mechanische Zeichnung mit den vom Adapterkonstrukteur freigegebenen Positionen, Durchmessern und Toleranzen der Passbohrungen sowie Bauteilabständen. Die Beispielgeometrie ist nicht automatisch für jeden Adapter geeignet.
Vor der Freigabe vom Lieferanten anzufordernde Nachweise:
- DFT-Prüfbericht vor Produktionsbeginn mit dem Anteil der über die Netzliste erreichbaren Knoten (Nodal Coverage) für Flying Probe oder ICT.
- Adapterprüfzeichnung zur Kontrolle des einseitigen Zugangs von unten, sofern vorgesehen, der Federkraft der Prüfspitzen und der Aussparungen für hohe Bauteile.
- Bestätigung, dass ICT-Testpunkte aus blankem Kupfer in der SMT-Pastenschablone keine Öffnungen haben, die zu unerwünschten Lotpastenablagerungen führen könnten.
- Erstmusterprüfbericht (FAI) und erstes Protokoll zu Gut/Schlecht-Ergebnissen sowie Durchgangs- und Impedanzmessungen für Flying Probe oder ICT vor der Serienfreigabe.
Verantwortlichkeiten je Schritt:
- Entwicklung: Prüfseite, prüfspitzengeeignete Pad-Geometrie und Freiräume abstimmen; Pad- und Stichleitungsbelastung anhand der tatsächlichen Schnittstellenanforderungen validieren.
- Qualität: DFT-Knotenabdeckung freigeben, Passbohrungstoleranzen prüfen und die Wiederholbarkeit des Adapters (Messsystemanalyse / Gage R&R) abnehmen.
- Einkauf: erwartete Losgrößen anhand der projektspezifischen Kosten- und Taktzeitannahmen mit Flying Probe und ICT vergleichen; NRE und Vorlaufzeit des Adapters mit dem Angebot bestätigen.
Freigabepunkte nach Projektphase:
- EVT: Netzliste per Flying Probe prüfen und bestückte Testjumper sowie Oszilloskopschleifen am Labortisch validieren.
- DVT: X/Y-Koordinaten der unteren Testpads vor der Bestellung eines festen ICT-Nadelbettadapters einfrieren.
- PVT: ICT-Adapter in Betrieb nehmen und Kontaktwiderstand sowie False-Fail-Ergebnisse im Pilotlos einstellen und überwachen.
- MP: Vereinbarten Produktionsprüfumfang anwenden und regelmäßige Reinigung der Prüfspitzen sowie den Austausch der Buchsen planen.
Für die Teststrategie und Fertigungsfreigabe können Sie unsere schlüsselfertige PCB-Bestückung, Multilayer-Leiterplatten und PCB-Design-Services ansehen oder Ihre Daten für eine Angebotsanfrage hochladen.
Welcher Testpad-Durchmesser eignet sich für sicheren Kontakt im ICT-Adapter?
Ein 0,90 mm-Pad (35 mil) mit 2,54 mm (100 mil) oder 1,90 mm (75 mil) Raster ist ein möglicher Layoutvorschlag für ICT und muss mit der konkreten Prüfspitze und dem Adapter bestätigt werden. Für dicht bestückte Layouts kann auch ein Pad mit 0,70 mm (28 mil) geprüft werden. Kontaktgenauigkeit, Spitzenverschleiß und Fehlerrate hängen von Spitze, Führung, Finish und Prüfprozess ab; die Kombination vor der Freigabe validieren.
Können Durchkontaktierungen als Testpunkte verwendet werden?
Ja, wenn das Via gezielt als Prüfkontakt ausgeführt wird. Offene Standardvias sollten nicht mit Lanzenspitzen kontaktiert werden, da die Spitze in der Bohrung stecken bleiben oder brechen kann. Falls ein Via als Testfläche dienen soll, sind gefüllte Vias, rückseitig abgedeckte Vias oder vergrößerte Via-Pads mit mindestens 0,75 mm ebener Kontaktfläche mögliche Optionen, die mit Leiterplattenhersteller und Adapterkonstrukteur abzustimmen sind.
Sollten alle Testpunkte auf der Unterseite der Leiterplatte platziert werden?
Einseitiger Zugang kann den Adapter vereinfachen; Kosten, Ausrichtung und Abstützung hängen jedoch vom Design ab. Stimmen Sie die Zugangsseite mit dem Testingenieur ab. Nehmen Sie weder einen festen Einsparungsprozentsatz an noch schließen Sie einen begründeten zweiseitigen Adapter grundsätzlich aus.
Wann sollte ein Projekt von Flying Probe auf ICT umsteigen?
Vergleichen Sie die angebotenen Einrichtungs- und Stückkosten, die geprüfte Fehlerabdeckung, Programmierung, Taktzeit und erwartete Wiederholmenge. Das Zahlenbeispiel im Text veranschaulicht eine Kostenrechnung, setzt jedoch weder eine allgemeine Umstiegsmenge noch einen Lieferantenpreis fest.
