KiCad vs EAGLE 2026: PCB-Software und Migration

KiCad vs Autodesk EAGLE im aktuellen Vergleich: EAGLE-Ende 2026, Fusion Electronics, Kosten, Routing, Bibliotheken, Migration, Gerber, DFM und Toolwahl.

KiCad vs EAGLE 2026: PCB-Software und Migration

Die kurze Antwort lautet: Für ein neues PCB-Projekt ist Autodesk EAGLE seit dem 7. Juni 2026 keine zukunftsfähige Neuwahl mehr. Autodesk verkauft und unterstützt EAGLE nicht mehr und verweist Anwender auf den Electronics-Arbeitsbereich von Autodesk Fusion. Der aktuelle Vergleich lautet deshalb nicht mehr nur „KiCad oder EAGLE?“, sondern:

  • Soll ein neues Projekt mit dem offenen, lokal installierbaren KiCad aufgebaut werden?
  • Ist Autodesk Fusion Electronics wegen der engen ECAD-MCAD-Verknüpfung geeigneter?
  • Wie werden bestehende EAGLE-Schaltpläne, Layouts und Bibliotheken ohne Informationsverlust migriert?
  • Welche Fertigungsdaten müssen unabhängig vom EDA-System geprüft werden?

KiCad ist für viele neue Projekte die naheliegende EAGLE-Alternative: quelloffen, ohne Abonnement nutzbar, auf Windows, Linux und macOS verfügbar und mit aktuellen Import-, Routing-, 3D-, Simulations- und Fertigungsausgaben ausgestattet. Teams mit umfangreichen EAGLE-Bibliotheken, Autodesk-Prozessen und enger Gehäuseintegration können dagegen direkt zu Fusion Electronics wechseln. Entscheidend sind nicht Featurelisten, sondern Datenhoheit, vorhandene Bibliotheken, mechanischer Workflow, Teamprozess, Schulungsaufwand und ein reproduzierbares Fertigungspaket.

Dieser Leitfaden vergleicht KiCad, das eingestellte EAGLE und den realen Autodesk-Nachfolger Fusion Electronics aus Sicht von Entwicklung, Einkauf und Leiterplattenfertigung. Stand der Produktinformationen ist Juli 2026.

KiCad vs EAGLE in Kürze

  • Autodesk verkauft und unterstützt EAGLE seit dem 7. Juni 2026 nicht mehr. Abonnement- und Free-Anwender müssen auf eine andere Plattform wechseln; alte unbefristete Lizenzen sind ein Sonderfall.
  • Fusion Electronics ist der offizielle Autodesk-Nachfolger und kann native EAGLE-Projekte und Bibliotheken übernehmen.
  • KiCad 10 ist eine aktuelle, quelloffene EDA-Suite mit Schaltplaneingabe, PCB-Layout, 3D-Viewer, SPICE-Simulation und Fertigungsausgaben wie Gerber, IPC-2581 und ODB++.
  • KiCad kann EAGLE-Dateien ab dem XML-basierten EAGLE-6-Format importieren. Eine Konvertierung ist dennoch kein automatischer Freigabenachweis.
  • KiCad eignet sich besonders für lokale Datenhaltung, offene Hardware, Git-basierte Prozesse und Teams ohne Abonnementbindung.
  • Fusion Electronics ist stark, wenn PCB und Gehäuse in einem verbundenen Autodesk-Workflow entwickelt werden und EAGLE-Daten möglichst direkt weiterlaufen sollen.
  • Bibliotheken, Varianten, ULPs, Designregeln, Polygonflächen, 3D-Modelle und Ausgabeskripte müssen bei jeder Migration einzeln geprüft werden.
  • DRC und ERC prüfen nur die konfigurierten Regeln. Sie ersetzen weder DFM-Review noch Stackup-, Impedanz-, Bestückungs- oder Testfreigabe.
  • Ein Hersteller benötigt ein kontrolliertes Ausgabepaket mit PCB-Daten, Bohrdaten, Stückliste, Bestückungsdaten, Zeichnungen und eindeutigem Revisionsstand.

Inhaltsverzeichnis

Ist Autodesk EAGLE 2026 noch verfügbar und unterstützt?

Seit dem 7. Juni 2026 verkauft und unterstützt Autodesk EAGLE nicht mehr. Die EAGLE-Berechtigung ist nicht mehr Bestandteil eines regulären Fusion-Abonnements, und die Installationsdatei kann nicht mehr wie zuvor über das Autodesk-Konto bezogen werden. Für aktuelle Entwicklung empfiehlt Autodesk den Electronics-Arbeitsbereich von Fusion.

Was bedeutet das EAGLE-Ende für Abonnementkunden?

EAGLE aus einem früheren Fusion-Abonnement ist nach dem Stichtag nicht mehr als unterstützte PCB-Designplattform vorgesehen. Neue Fehlerkorrekturen, Betriebssystemanpassungen und regulärer Produktsupport sind nicht zu erwarten. Ein vorhandenes Projekt wird dadurch nicht automatisch unbrauchbar, doch die Entwicklungsorganisation trägt ein wachsendes Risiko bei Rechnerwechsel, Lizenzierung, Team-Onboarding und Langzeitwartung.

Für ein neues Serienprodukt ist diese Abhängigkeit schwer zu rechtfertigen. Die sinnvolleren Ziele sind entweder Fusion Electronics als Autodesk-Nachfolger oder ein kontrollierter Umstieg auf KiCad beziehungsweise ein anderes aktiv gepflegtes EDA-System.

Funktionieren alte unbefristete EAGLE-Lizenzen weiterhin?

Autodesk unterscheidet alte unbefristete Lizenzen aus der Zeit vor der Übernahme von den späteren Abonnement- und Free-Angeboten. Eine solche Altversion kann auf dem vorhandenen Rechner weiterlaufen. Daraus folgt jedoch weder Support noch sichere Kompatibilität mit künftigen Betriebssystemen, Treibern oder Unternehmensrichtlinien.

Wer eine Altinstallation für Wartungszwecke behält, sollte Installationsmedium, Lizenznachweis, Bibliotheken, ULPs, CAM-Jobs, Designregeln und eine dokumentierte virtuelle oder physische Umgebung archivieren. Für aktive Neuentwicklung bleibt eine unterstützte Zielplattform erforderlich.

Ist EAGLE damit sofort aus jedem Unternehmen zu entfernen?

Nicht zwingend. Für ein freigegebenes Altprodukt kann eine eingefrorene EAGLE-Umgebung als Referenz dienen, solange IT-Sicherheit, Lizenzlage und Reproduzierbarkeit geklärt sind. Änderungen sollten jedoch über einen formalen Legacy-Prozess laufen. Parallel wird ein Migrationsprojekt mit Referenzdateien und Vergleichskriterien aufgebaut.

Ist KiCad 10 eine professionelle EAGLE-Alternative?

Ja, wenn Funktionsumfang und Prozess zum Projekt passen. KiCad ist eine quelloffene EDA-Suite für Schaltplan, PCB-Layout, 3D-Ansicht, Gerberprüfung und SPICE-basierte Simulation. Die Software läuft auf Windows, Linux und macOS. Im Juli 2026 ist die 10.0-Reihe die aktuelle stabile Hauptversion.

Welche KiCad-Module werden im PCB-Workflow verwendet?

  • Schematic Editor: hierarchische Schaltpläne, ERC, Variantenattribute und SPICE-Modelle
  • PCB Editor: Platzierung, interaktives Routing, Zonen, DRC, Längen- und Impedanzregeln
  • Symbol- und Footprint-Editoren: projektspezifische Bauteile und kontrollierte Bibliotheken
  • 3D Viewer: Bauhöhen, Modelle, Orientierung und mechanischer Plausibilitätscheck
  • Gerber Viewer: unabhängige Sichtprüfung erzeugter Gerber- und Bohrdaten
  • KiCad CLI und Jobsets: wiederholbare Ausgaben und automatisierbare Prüfabläufe

Die Module bilden eine durchgängige Umgebung, ersetzen aber nicht die organisatorische Freigabe. Bibliotheken, Regeln, Stackup und Output-Jobs müssen projektspezifisch versioniert werden.

Welche Vorteile bietet das offene KiCad-Dateiformat?

KiCad-Projektdateien lassen sich lokal speichern, sichern, vergleichen und in Versionskontrollsystemen verwalten. Das reduziert die Abhängigkeit von einem einzelnen Cloudkonto oder Lizenzserver. Offenheit bedeutet jedoch nicht automatisch konfliktfreie Teamarbeit: Binäre 3D-Modelle, Bibliotheksänderungen und parallele Layoutbearbeitung benötigen weiterhin klare Eigentümer und Reviewregeln.

Für welche Teams ist KiCad besonders geeignet?

Für Start-ups, Forschungsgruppen, offene Hardware, Beratungsbüros und Unternehmen, die lokale Datenhaltung oder einen Git-basierten Freigabeprozess priorisieren. Auch langlaufende Industrieprodukte profitieren davon, wenn Projektdateien ohne laufendes Abonnement lesbar bleiben sollen.

KiCad ist nicht nur ein kostenloses Einsteigerwerkzeug. Der professionelle Einsatz setzt aber denselben Prozessaufwand voraus wie jede andere EDA-Plattform: Bibliotheksfreigabe, Regeln, Vorlagen, Schulung, DFM und dokumentierte Ausgaben.

PCB-Layout und 3D-Ansicht beim Vergleich von KiCad und EAGLE

Was ist der Unterschied zwischen EAGLE und Autodesk Fusion Electronics?

Fusion Electronics übernimmt wesentliche EAGLE-Konzepte, ist aber kein bloßer neuer Name für die alte Desktop-Anwendung. Der Electronics-Arbeitsbereich ist in die Autodesk-Fusion-Plattform eingebettet und verbindet Elektronik, Mechanik, Datenverwaltung und Fertigungsdokumentation.

Können native EAGLE-Dateien in Fusion geöffnet werden?

Autodesk beschreibt EAGLE-Schaltpläne, Boards und Bibliotheken als direkt kompatibel mit Fusion Electronics. Das ist der risikoärmste Pfad für Teams, die ihre EAGLE-Datenstruktur, Managed Libraries und Bedienlogik im Autodesk-Ökosystem fortführen möchten.

Trotz nativer Kompatibilität sollte eine Migration nicht ohne Vergleichsfreigabe erfolgen. Layer, Designregeln, Varianten, Bibliotheksverknüpfungen, 3D-Modelle, CAM-Ausgaben und Skripte werden an repräsentativen Projekten geprüft.

Welche Vorteile hat Fusion gegenüber dem alten EAGLE?

Der Hauptvorteil ist die verbundene ECAD-MCAD-Umgebung. Leiterplattenform, Bauteilposition und Gehäuse können assoziativ abgestimmt werden. Autodesk entwickelt außerdem den Layer-Stack, Routingfunktionen, Bibliotheksverwaltung, Dokumentation und Fertigungsausgaben in Fusion weiter, während EAGLE eingefroren ist.

Welche neue Abhängigkeit entsteht durch Fusion?

Fusion ist eine cloudorientierte Produktentwicklungsplattform mit Autodesk-Konto, Abonnement- beziehungsweise Nutzungsbedingungen und zentraler Datenverwaltung. Unternehmen müssen prüfen, ob Datenstandort, Offline-Anforderungen, Zugriffskontrolle, Lieferantenfreigabe und Langzeitarchivierung zur eigenen Richtlinie passen.

KiCad vs EAGLE vs Fusion Electronics: direkter Vergleich

Ein Vergleich im Jahr 2026 muss EAGLE als Legacy-System und Fusion als aktiven Autodesk-Pfad behandeln.

Entscheidungskriterium KiCad 10 EAGLE 9.x Fusion Electronics
Produktstatus aktiv entwickelt Verkauf und Support beendet aktiv entwickelter Autodesk-Nachfolger
Lizenzmodell quelloffen, ohne Pflichtabonnement Legacy-Lizenz beziehungsweise abgelaufene Berechtigung Autodesk-Nutzungsmodell je Tarif
Betriebssysteme Windows, Linux, macOS Legacy-Installation gemäß aktuellem Fusion-Angebot
Datenhaltung lokale Projektdateien, frei organisierbar lokale Legacy-Dateien cloudorientierte Autodesk-Datenverwaltung
EAGLE-Datenübernahme Import von XML-basierten EAGLE-Dateien native Quelle native EAGLE-Kompatibilität
ECAD-MCAD 3D-Viewer und Austauschformate, externe MCAD-Prozesse begrenzter Legacy-Workflow integrierte Fusion-Mechanik und Elektronik
Teamarbeit Git und selbst definierter Freigabeprozess Dateifreigabe und alte Autodesk-Dienste integrierte Versionierung und Zusammenarbeit
Fertigungsausgabe unter anderem Gerber, IPC-2581, ODB++ CAM-Prozessor und Gerber-basierte Jobs aktuelle Fusion-Ausgaben und Dokumentation
Beste Verwendung 2026 neue offene oder lokal kontrollierte Projekte Wartung eingefrorener Altprodukte EAGLE-Nachfolge und integriertes Produktdesign

Welches Tool gewinnt den Vergleich?

Für neue Projekte gewinnt nicht pauschal ein einzelnes Tool. KiCad ist meist die bessere Wahl, wenn Offenheit, Betriebssystemfreiheit, lokale Dateien und Kostenkontrolle dominieren. Fusion Electronics ist meist besser, wenn das Team bereits tief im Autodesk-Ökosystem arbeitet oder eine eng assoziierte Gehäuseentwicklung benötigt. EAGLE selbst ist nur noch für kontrollierte Legacy-Wartung sinnvoll.

KiCad oder Fusion: Lizenzkosten, Offline-Nutzung und Datenhoheit

Der sichtbare Abonnementpreis ist nur ein Teil der Toolkosten. Hinzu kommen Migration, Bibliotheksaufbau, Schulung, Automatisierung, IT-Betrieb und Projektunterbrechungen.

Ist KiCad wirklich kostenlos?

Die Software kann ohne Lizenzgebühr genutzt werden. Professioneller Betrieb verursacht trotzdem Kosten: qualifizierte Bibliotheken, interne Vorlagen, Support, Schulung, Skripte, CI-Prüfungen und Freigabeprozesse. Diese Investitionen bleiben jedoch weitgehend im eigenen Daten- und Prozessbestand.

Welche Kosten entstehen bei Fusion Electronics?

Tarif, Funktionsumfang und Nutzungsrechte müssen zum Kaufzeitpunkt geprüft werden. Zusätzlich zählen Cloudverwaltung, Benutzerkonten, externe Partnerzugriffe und eventuell weitere Fusion-Erweiterungen. Für ein Team ist die Gesamtzahl aktiver und gelegentlicher Nutzer wichtiger als ein einzelner Listenpreis.

Welche Datenhoheit braucht ein deutsches Unternehmen?

Zu prüfen sind Schutzbedarf der Entwicklungsdaten, Exportkontrolle, Kundenverträge, Datenschutz, Zugriff aus Drittländern, Backup, Aufbewahrungsfristen und Zugriff nach Vertragsende. KiCad erleichtert lokale oder selbst gehostete Abläufe. Fusion bietet zentrale Zusammenarbeit, erfordert aber eine bewusste Cloud- und Kontostrategie.

Wie wird Langzeitverfügbarkeit bewertet?

Ein Serienprodukt kann länger leben als die verwendete EDA-Version. Deshalb werden Installationspakete, Projektdateien, Bibliotheken, Skripte, Output-Jobs, PDFs und freigegebene Fertigungsdaten archiviert. Offene Dateiformate verringern Risiken, ersetzen aber kein Konfigurationsmanagement.

Schaltplan und Bauteilbibliotheken in KiCad und Fusion vergleichen

Der größte Migrationsaufwand steckt häufig nicht im Layout, sondern in Symbolen, Footprints, Attributen, Varianten und Freigabestatus.

Wie arbeitet KiCad mit Symbolen und Footprints?

Symbole und Footprints sind getrennte Bibliotheksobjekte, die über Zuordnung und Projekteinstellungen verbunden werden. Teams können globale, projektbezogene oder eingebettete Bibliotheken nutzen. Für reproduzierbare Projekte sollten freigegebene Bauteile nicht unkontrolliert auf wechselnde globale Pfade verweisen.

Wie behandelt EAGLE ein Bauteil?

EAGLE-Bibliotheken bündeln üblicherweise Symbol, Package und Device-Zuordnung. ULPs und Attribute ergänzen Stücklisten- oder Fertigungsprozesse. Beim Import müssen diese Beziehungen in das Zielmodell übersetzt werden. Mehrere Gate-Varianten, Swap-Level, Attribute und Package-Alternativen verdienen eine gezielte Prüfung.

Welche Bibliotheksstrategie eignet sich für Serienprodukte?

Ein freigegebenes Bauteil benötigt Herstellerteilenummer, interne Nummer, Symbol, Footprint, 3D-Modell, Lifecycle-Status, zulässige Alternativen und dokumentierte Prüfquelle. Bibliotheken werden per Review geändert und mit Projekt- sowie Fertigungsrevision verknüpft. Öffentliche Bibliotheken sind ein Startpunkt, aber kein Ersatz für Footprint- und Pinout-Verifikation.

Können Lieferketteninformationen die Toolwahl entscheiden?

Ja, wenn ein Team Beschaffung, Verfügbarkeit und Varianten direkt im Entwicklungsprozess verwalten möchte. Diese Funktionen können in Fusion oder über externe PLM-, ERP- und Bibliotheksdienste abgebildet werden. KiCad-Nutzer integrieren solche Daten häufig über Felder, Skripte und Unternehmenssysteme. Entscheidend ist die Quelle und Freigabe der Daten, nicht nur ihre Darstellung im EDA-Tool.

PCB-Routing, DRC und High-Speed-Regeln: KiCad vs Fusion

Beide aktuellen Plattformen können professionelle Leiterplatten erzeugen. Die relevante Frage ist, ob das konkrete Projekt seine Constraints vollständig, verständlich und reproduzierbar abbilden kann.

Welche Routingfunktionen bietet KiCad?

KiCad unterstützt interaktives Routing, Push-and-Shove, differenzielle Paare, Längenausgleich, Via- und Layerwechsel, Zonen und regelbasierte Netzklassen. Benutzerdefinierte Regeln können Geometrie, Netze, Lagen und Objektbedingungen differenziert behandeln.

Für High-Speed-Designs müssen Zielimpedanz, Referenzlage, erlaubte Via-Struktur und Toleranzen aus dem freigegebenen Stackup kommen. Eine eingestellte Leiterbahnbreite allein beweist keine Impedanz.

Welche Stärke hat Fusion beim Routing?

Fusion entwickelt EAGLE-basierte Arbeitsweisen mit aktuellen Push-and-Shove-, Constraint-, Via- und Stackup-Funktionen weiter. Der Vorteil liegt besonders im verbundenen mechanischen Kontext. Welche Funktionen und Layerzahlen verfügbar sind, ist anhand des aktuellen Tarifs und der Produktdokumentation zu bestätigen.

Ist ein fehlerfreier DRC gleichbedeutend mit Fertigungsreife?

Nein. Der DRC kennt nur konfigurierte Regeln. Er erkennt keine falsche Materialannahme, ungeklärte Impedanz, ungeeignete Pastenöffnung, fehlende Testpunkte, Bauteilabkündigung oder unmontierbare Gehäusesituation, wenn diese nicht als prüfbare Constraint vorliegen.

Ein DFM-Review ergänzt den EDA-DRC um reale Prozessfenster des Herstellers: Leiterbreite und Abstand, Bohr-Aspektverhältnis, Ringbreite, Lötstoppmaske, Kupferbalance, Panelisierung, Bestückabstände und Prüfzugang.

Wie werden DRC-Regeln zwischen Tools übertragen?

Nicht durch bloßes Kopieren einer Zahlentabelle. Regelprioritäten, Objektfilter, Netklassen, Ausnahmebereiche, Polygonverhalten und Einheiten müssen im Zielsystem neu validiert werden. Ein Referenzprojekt mit bekannten absichtlichen Fehlern zeigt, ob die neue Regelstruktur dieselben Verstöße erkennt.

SPICE-Simulation in KiCad, EAGLE und Fusion richtig einordnen

KiCad integriert eine ngspice-basierte Schaltungssimulation. Fusion Electronics bietet ebenfalls SPICE-Funktionen. Das alte EAGLE wurde häufig mit externen Simulations- oder Autodesk-Workflows kombiniert. Eine Featureangabe sagt jedoch wenig über Modellqualität und Abdeckung aus.

Welche Schaltungen lassen sich sinnvoll simulieren?

Analoge Arbeitspunkte, Transienten, Frequenzgänge und ausgewählte Netzteil- oder Filterfunktionen können früh geprüft werden. Dafür müssen Bauteilmodelle, Parameter, Temperatur und Quellen realistisch sein. Digitale Protokolle, komplexe Power-Integrity- oder vollständige Signalintegritätsfragen benötigen oft spezialisierte Werkzeuge und Messungen.

Verhindert SPICE automatisch Fertigungsfehler?

Nein. SPICE prüft ein elektrisches Modell, nicht Footprint, Bestückrichtung, Lötbarkeit oder mechanische Kollision. Simulation, ERC, DRC, DFM und Prototypentest sind getrennte Gates. Ein fehlerfreier Simulationslauf kann mit einem falschen Pinmapping dennoch zu einer unbrauchbaren Baugruppe führen.

Was muss bei einer Migration erneut simuliert werden?

Modellpfade, eingebettete Dateien, Parameternamen, Pinreihenfolge, Quellen und Messausdrücke. Wichtige Referenzkurven werden vor und nach der Migration mit identischen Eingaben verglichen. Abweichungen müssen erklärt werden, bevor das Zielprojekt freigegeben wird.

KiCad oder Fusion für ECAD-MCAD und Gehäuseentwicklung?

Mechanische Integration ist einer der deutlichsten Unterschiede. Fusion vereint PCB und Mechanik in einer Produktplattform. KiCad bietet eine starke 3D-Ansicht und Austauschformate, benötigt für einen bidirektionalen Unternehmensprozess aber zusätzliche Werkzeuge oder definierte Übergaben.

Wann ist Fusion Electronics die bessere Wahl?

Wenn Gehäuse, Halter, Kühlkörper, Steckverbinder und PCB häufig gemeinsam geändert werden und das Team bereits Fusion für Mechanik und Fertigung verwendet. Assoziative Übergaben reduzieren manuelle Zwischendateien und können Änderungsstände besser verbinden.

Wann reicht der KiCad-3D-Workflow?

Wenn mechanische Schnittstellen klar definiert sind und STEP- beziehungsweise DXF-basierte Übergaben mit formaler Revision ausreichen. Der KiCad-3D-Viewer eignet sich für Modellorientierung, Bauhöhe und Plausibilitätskontrolle. Die finale Kollisions- und Toleranzprüfung gehört weiterhin in den freigegebenen MCAD-Prozess.

Welche mechanischen Daten müssen unabhängig vom Tool freigegeben werden?

Board Outline, Dicke, Toleranzen, Bohrungen, Keep-outs, Steckerkanten, Montageflächen, maximale Bauhöhen, Bestückseiten und definierte Ursprünge. Ein 3D-Modell ohne diese Zeichnungs- und Toleranzangaben ist keine vollständige Fertigungsspezifikation.

Teamarbeit und Versionskontrolle mit KiCad oder Fusion

Zusammenarbeit bedeutet mehr als Cloudspeicher. Ein belastbarer Prozess zeigt, wer Schaltplan, Layout, Bibliothek und Ausgabepaket ändern darf und welcher Stand freigegeben ist.

Wie arbeitet ein KiCad-Team mit Git?

Projekt- und Bibliotheksdateien werden in einem Repository versioniert. Branches und Merge Requests eignen sich gut für Schaltplan-, Regel- und Skriptänderungen. Gleichzeitige Layoutänderungen sind konfliktreich und sollten durch Dateieigentum oder kurze Integrationszyklen koordiniert werden.

Automatisierte Jobs können ERC, DRC, PDF-, BOM- und Fertigungsausgaben erzeugen. Die verwendete KiCad-Version, Bibliotheksrevision und Jobkonfiguration werden festgeschrieben, damit zwei Entwickler dasselbe Ergebnis erhalten.

Welche Zusammenarbeit bietet Fusion?

Fusion verwaltet Versionen, Freigaben und Kommentare innerhalb der Autodesk-Plattform und kann Elektronik- und Mechanikänderungen verbinden. Das reduziert lokale Dateikopien, erfordert aber saubere Rollen, Projektstrukturen und Kontoverwaltung. Externe Lieferanten sollten nur den benötigten Zugriff oder ein kontrolliertes Exportpaket erhalten.

Wie verhindert man „final_v7_neu_wirklich_final“?

Mit eindeutiger Projekt-ID, Revisionsschema, Freigabestatus und unveränderlichem Fertigungspaket. Die native EDA-Datei bleibt Entwicklungsquelle; die Bestellung referenziert eine signierte oder gehashte Ausgabe mit BOM-, PCB- und Bestückungsrevision.

EAGLE zu KiCad migrieren: Schritt-für-Schritt-Checkliste

KiCad kann XML-basierte EAGLE-Schaltpläne und Boarddateien ab EAGLE 6.x importieren. Für ein vollständiges Projekt sollten Schaltplan und Board denselben Basisnamen besitzen. Der Import ist der Start einer technischen Migration, nicht deren Abschluss.

Schritt 1: EAGLE-Quellprojekt einfrieren

Archivieren Sie .sch, .brd, Bibliotheken, ULPs, CAM-Jobs, Designregeln, Stückliste, PDFs, Gerber- und Bohrdaten sowie die verwendete EAGLE-Version. Erzeugen Sie vor der Konvertierung eine bekannte Referenzausgabe. Dadurch lässt sich später unterscheiden, ob eine Abweichung aus dem Import oder bereits aus der Quelle stammt.

Schritt 2: Bibliotheken und Abhängigkeiten inventarisieren

Listen Sie lokale und Managed Libraries, Varianten, Attribute, externe Skripte, 3D-Modelle und Datenquellen auf. Nicht jede Abhängigkeit steckt vollständig in .sch und .brd. Besonders ULP-basierte BOM-, Panel- oder Fertigungsabläufe benötigen einen Ersatzprozess.

Schritt 3: Projekt in KiCad importieren

Verwenden Sie den Import für ein Nicht-KiCad-Projekt und speichern Sie das Ergebnis als neues KiCad-Projekt. Die EAGLE-Quelle bleibt unverändert. Nach dem ersten Speichern wird die Zielstruktur in Versionskontrolle aufgenommen.

Schritt 4: Schaltplan und Bibliotheken prüfen

Kontrollieren Sie jede Netzbezeichnung, Power-Symbolik, Busstruktur, Hierarchie, Gate-Zuordnung, Pin-Nummer, Footprint-Verknüpfung und Stücklistenattribut. ERC-Abweichungen werden nicht pauschal unterdrückt, sondern gegen die EAGLE-Referenz bewertet.

Schritt 5: PCB-Geometrie und Regeln prüfen

Vergleichen Sie Board Outline, Ursprung, Layer, Kupferflächen, Polygone, Vias, Bohrungen, Keep-outs, Differenzialpaare, Längen, Thermals, Texte und Lötstoppmaske. Lassen Sie DRC mit neu aufgebauten Regeln laufen und prüfen Sie kritische Netze manuell.

Schritt 6: 3D, BOM und Fertigungsausgabe vergleichen

3D-Modelle und Rotationen, Referenzbezeichner, Bestückseiten, BOM-Mengen und Pick-and-Place-Koordinaten werden mit der Referenz verglichen. Erzeugen Sie neue Gerber-, Bohr- oder Intelligent-Data-Ausgaben und betrachten Sie sie in einem unabhängigen Viewer.

Schritt 7: Prototyp und Regression freigeben

Bei einem aktiven Produkt ist ein kleiner, vollständig geprüfter Prototypenlauf sinnvoll. Funktionstest, Programmierung, Mechanik und kritische elektrische Messwerte werden gegen die zuletzt freigegebene EAGLE-Version verglichen. Erst dann wird KiCad zur führenden Quelle.

EAGLE zu Fusion Electronics migrieren

Der Autodesk-Pfad ist direkter, weil Fusion native EAGLE-Design- und Bibliotheksdateien übernimmt. Trotzdem müssen Datenorganisation und Freigaben an die Fusion-Plattform angepasst werden.

Welche Dateien können übernommen werden?

Schaltpläne, Boards und lokale EAGLE-Bibliotheken können in Fusion geladen werden. Managed Libraries sind innerhalb des Autodesk-Ökosystems vorgesehen. Die genaue Behandlung hängt vom Ursprung und aktuellen Kontozugriff ab.

Was muss vor dem Upload dokumentiert werden?

Projekt- und Bibliotheksrevision, Eigentümer, Lizenzlage, Varianten, ULPs, CAM-Jobs, Designregeln und externe Dateien. Legen Sie außerdem fest, welcher Fusion-Projektordner die führende Quelle wird und wer Freigaberechte besitzt.

Welche Funktionen benötigen einen Ersatz für EAGLE-ULPs?

Eigene BOM-Exporte, Bauteilpflege, Panelisierung, Testdatenerzeugung oder CAM-Automatisierung können nicht ungeprüft als identisch angenommen werden. Für jeden geschäftskritischen ULP-Prozess wird eine Fusion-Funktion, API- beziehungsweise Skriptlösung oder ein externer Prozess definiert und getestet.

Wie wird die Fusion-Migration abgenommen?

Mit derselben Referenzlogik wie bei KiCad: Schaltplan, Netze, Bibliotheken, PCB-Geometrie, 3D, Stückliste, Bestückungsdaten und Fertigungsausgabe werden verglichen. Native Kompatibilität reduziert Konvertierungsrisiken, hebt die Engineering-Freigabe aber nicht auf.

Gerber, ODB++ und DFM: Fertigungsdaten aus KiCad oder Fusion

Der Leiterplattenhersteller fertigt nicht „eine KiCad-Platine“ oder „eine EAGLE-Platine“, sondern den freigegebenen Datensatz. Beide aktuellen Zielplattformen können geeignete Fertigungsunterlagen erzeugen. Qualität entsteht durch Inhalt, Revision und Prüfung des Pakets.

Welche Dateien braucht die PCB-Fertigung?

Mindestens Kupfer-, Lötstoppmasken-, Bestückungsdruck- und Konturlagen sowie NC-Bohr- und Fräsdaten. Hinzu kommen Stackup, Enddicke, Material, Kupfer, Oberfläche, Impedanzen, Toleranzen, Via-Anforderungen und besondere Prozesse. Ein Gerber-Zip ohne technische Zeichnung kann wichtige Anforderungen offenlassen.

KiCad unterstützt neben Gerber auch IPC-2581 und ODB++. Welches Format genutzt wird, sollte mit dem Hersteller abgestimmt werden. Ein intelligentes Format reduziert nicht automatisch jede Mehrdeutigkeit und muss ebenfalls geprüft werden.

Welche Dateien braucht die PCBA-Bestückung?

Stückliste mit eindeutigen Herstellerteilenummern, freigegebenen Alternativen und DNP-Markierungen, Pick-and-Place-Daten, Bestückungszeichnungen, Pastendaten und gegebenenfalls Programmier- sowie Testunterlagen. Nullpunkt, Rotation und Bestückseite müssen zusammenpassen.

Wie wird das Output-Paket geprüft?

Gerber beziehungsweise ODB++ werden unabhängig visualisiert. Bohrungen, Kontur, Lötstoppmaskenöffnungen, Pastenlagen, Polarität und Referenzbezeichner werden gegen Schaltplan, PCB und Zeichnung geprüft. BOM- und Pick-and-Place-Referenzen müssen dieselbe Menge und Revision besitzen.

Was ist der Unterschied zwischen DRC und DFM?

DRC prüft die im EDA-Projekt definierten Regeln. DFM vergleicht die reale Ausgabe mit dem freigegebenen Prozess des konkreten Herstellers. Ein gutes Übergabeverfahren nutzt beides und dokumentiert alle Abweichungen vor Bestellung.

KiCad oder Fusion Electronics: Welches Tool passt zu welchem Projekt?

Die Auswahl wird durch den schwierigsten Teil des Workflows bestimmt, nicht durch die längste Featureliste.

Welches Tool eignet sich für ein neues Start-up-PCB?

KiCad ist oft die wirtschaftlichere und langfristig flexiblere Wahl. Es gibt keine Pflicht zu einem Lizenzabonnement, Projektdateien bleiben lokal kontrollierbar und externe Entwickler können mit derselben Version arbeiten. Das Start-up muss trotzdem Bibliotheken und Freigabeprozesse professionell aufbauen.

Welches Tool eignet sich für ein Produkt mit komplexem Gehäuse?

Fusion Electronics ist attraktiv, wenn Mechanik und PCB häufig iterieren und das Team bereits Fusion verwendet. Die gemeinsame Datenplattform reduziert Austauschschritte. KiCad bleibt möglich, wenn MCAD-Übergaben klar definiert und weniger häufig sind.

Was ist für Open-Source-Hardware sinnvoll?

KiCad erleichtert Veröffentlichung, Reproduzierbarkeit und plattformübergreifende Mitarbeit. Projektbibliotheken und verwendete Version sollten mit veröffentlicht werden. PDF und Gerber allein reichen nicht, wenn Dritte das Design weiterentwickeln sollen.

Was ist für ein bestehendes EAGLE-Produkt sinnvoll?

Bei kurzfristiger Weiterentwicklung und starkem Autodesk-Bezug kann Fusion die geringere Migrationshürde besitzen. Bei langer Produktlaufzeit, lokaler Datenpflicht oder strategischem Ausstieg aus Autodesk kann KiCad vorteilhafter sein. Ein Pilotprojekt entscheidet besser als eine abstrakte Featurebewertung.

Sollte ein Prototyp in KiCad und die Serie in Fusion entstehen?

Nur wenn ein klarer geschäftlicher Grund die doppelte Datenpflege rechtfertigt. Ein Toolwechsel unmittelbar vor Serienfreigabe erzeugt zusätzliche Bibliotheks-, Regel- und Geometrierisiken. In den meisten Fällen ist es sicherer, den gewählten Zielprozess bereits am Prototypenprojekt zu validieren.

EAGLE-Migration: Kosten, Dauer und Projektrisiken kalkulieren

Die Dateikonvertierung kann schnell sein; die technische Verifikation bestimmt den Aufwand. Ein einfaches zweilagiges Board ist anders zu bewerten als ein mehrlagiges Produkt mit Varianten, ULPs, Impedanzen und mechanischen Abhängigkeiten.

Welche Faktoren bestimmen den Aufwand?

  • Zahl und Komplexität von Schaltplänen und Layouts
  • Umfang eigener und Managed Libraries
  • Varianten, DNP-Logik und Stücklistenskripte
  • High-Speed-, Hochspannungs- oder Impedanzregeln
  • Polygon-, Via- und Layerkomplexität
  • ULPs, CAM-Jobs und externe Automatisierung
  • 3D-Modelle und ECAD-MCAD-Verknüpfungen
  • regulatorische oder kundenspezifische Requalifikation
  • verfügbare Referenzdaten und Testabdeckung

Wie wird ein Pilotprojekt ausgewählt?

Nicht das einfachste und nicht das kritischste Produkt. Geeignet ist ein repräsentatives Board mit typischen Bibliotheken, Regeln, Varianten und Fertigungsausgaben, dessen Funktion gut bekannt ist. Das Pilotprojekt liefert Aufwand, Fehlerklassen und Checklisten für die restliche Migration.

Welche Risiken gehören in den Zeitplan?

Bibliotheksbereinigung, fehlende Altdateien, ULP-Ersatz, Schulung, Review, Prototypenlauf und unerwartete Mechanik- oder BOM-Abweichungen. Ein Termin, der nur die Importzeit enthält, ist unrealistisch. Für Serienprodukte muss auch die Änderungs- und Requalifikationsfreigabe eingeplant werden.

Wie verhindert man parallele Änderungen während der Migration?

Mit einem Freeze-Datum und einem klaren Delta-Prozess. Änderungen nach dem eingefrorenen EAGLE-Stand werden entweder zuerst in der Quelle abgeschlossen oder kontrolliert in beide Systeme übertragen. Nach Zielabnahme wird EAGLE schreibgeschützt und KiCad oder Fusion zur einzigen führenden Quelle.

PCB-Fertigung aus KiCad-, EAGLE- oder Fusion-Daten mit HILPCB

HILPCB kann Leiterplatten und Baugruppen unabhängig davon fertigen, ob die Entwicklung in KiCad, EAGLE oder Fusion Electronics erfolgt. Entscheidend ist ein vollständiges, revisionssicheres und prüfbares Fertigungspaket. Über HILPCB kann der gewünschte Leistungsumfang von der Datenprüfung bis zur Baugruppe abgestimmt werden.

Welche Unterstützung kann vor der PCB-Bestellung erfolgen?

Ein DFM-Review kann Leiterbreiten, Abstände, Bohrungen, Ringbreiten, Lötstoppmaske, Kontur, Kupferbalance, Panelisierung und spezielle Prozesse gegen die angefragte Fertigung prüfen. Für die PCB-Fertigung werden Stackup, Material, Kupfer, Oberfläche, Impedanz und Toleranzen eindeutig festgelegt.

Welche Daten benötigt die SMT- und THT-Bestückung?

Für die SMT-Bestückung werden BOM, Pick-and-Place, Bestückungszeichnung, Pastendaten und klare DNP-Angaben benötigt. Für die THT-Bestückung kommen Einbaurichtung, Überstände, Lötverfahren, mechanische Anforderungen und gegebenenfalls Selektivlöt- oder Handlötvorgaben hinzu.

Prüft der Hersteller native EDA-Dateien oder die Ausgabe?

Die verbindliche Fertigungsbasis sollte ausdrücklich definiert werden. Native Dateien können bei Rückfragen helfen, ersetzen aber keine freigegebene Ausgabe. Wenn HILPCB Daten konvertieren oder Ausgaben neu erzeugen soll, müssen Verantwortlichkeit, Revision und Kundenfreigabe vor Auftrag geklärt sein.

Welche Tests können vereinbart werden?

Bare-Board-E-Test, AOI, Röntgen für verdeckte Lötstellen, Programmierung, ICT, Flying Probe oder Funktionstest hängen von Design, Menge und bereitgestellten Grenzwerten ab. Ein EDA-Tool kann Testpunkte und Daten vorbereiten; die Testabdeckung muss als eigener Lieferumfang spezifiziert werden.

RFQ-Checkliste für KiCad-, EAGLE- und Fusion-PCB-Daten

Eine Anfrage sollte nicht nur das native Projekt anhängen. Mit der folgenden Struktur kann ein Hersteller Fertigung, Bestückung und Test vergleichbar kalkulieren.

Welche PCB-Daten gehören in die Anfrage?

  • Gerber plus NC-Drill oder abgestimmtes ODB++-/IPC-2581-Paket
  • Board Outline und Fräsdaten
  • Stackup, Enddicke, Basismaterial und Kupferdicken
  • Oberfläche, Lötstoppmaskenfarbe und Bestückungsdruck
  • Impedanzanforderungen mit Layer, Zielwert und Toleranz
  • Via-Typen, gefüllte beziehungsweise verschlossene Vias und Backdrill
  • Maß-, Bohr- und mechanische Toleranzen
  • Panel- oder Einzelnutzenanforderung

Welche PCBA-Daten werden benötigt?

Stückliste, Bestückungsdaten, Montagezeichnung, Pastendaten, DNP-Liste, freigegebene Alternativen, Firmware und Programmieranweisung. Eindeutige Referenzbezeichner müssen in BOM, Pick-and-Place, Zeichnung und PCB übereinstimmen.

Welche Angaben braucht der Hersteller bei migrierten EAGLE-Projekten?

Quell- und Zieltool, jeweilige Version, Migrationsrevision, abgeschlossene Vergleichsprüfungen und bekannte Abweichungen. Teilen Sie mit, ob die erste Bestellung ein reiner Nachbau der letzten EAGLE-Freigabe oder bereits eine Designänderung enthält.

Welche Qualitäts- und Testdaten gehören in das RFQ?

IPC-Abnahmeklasse, Inspektionsumfang, elektrische Prüfung, AOI, Röntgen, Programmierung, ICT oder Funktionstest, Messgrenzen, Golden Sample und Berichtsumfang. Zertifizierungen oder Traceability werden nur als gefordert behandelt, wenn sie konkret benannt sind.

Welche Mengen und Termine sind erforderlich?

Prototypenmenge, Pilotlose, Serienlose, Jahresbedarf und Zieltermin. Bei einer Migration sollten Erstbemusterung und technische Freigabe getrennt von der Serienlieferung geplant werden. Lieferzeit hängt außerdem von Material, Sonderprozessen, Bauteilverfügbarkeit und Testadapter ab.

Häufig gestellte Fragen zu KiCad vs EAGLE

Ist Autodesk EAGLE seit Juni 2026 eingestellt?

Ja. Autodesk verkauft und unterstützt EAGLE seit dem 7. Juni 2026 nicht mehr. Für aktuelle Autodesk-PCB-Entwicklung ist Fusion Electronics vorgesehen. Alte unbefristete Lizenzen können ein Sonderfall sein, erhalten dadurch aber keinen neuen Produktsupport.

Was ist 2026 die beste EAGLE-Alternative?

KiCad ist für viele Teams die naheliegende offene Alternative. Fusion Electronics ist der offizielle Autodesk-Nachfolger und eignet sich besonders für native EAGLE-Daten sowie integrierte ECAD-MCAD-Prozesse. Die beste Wahl hängt von Datenhaltung, Bibliotheken, Mechanik, Budget und Teamworkflow ab.

Kann KiCad EAGLE-Dateien öffnen?

KiCad kann XML-basierte EAGLE-Schaltpläne und Boarddateien ab EAGLE 6.x importieren. Schaltplan, Layout, Bibliotheken, Regeln, Polygone, ULP-Prozesse und Fertigungsausgaben müssen nach der Konvertierung technisch geprüft werden.

Kann Fusion Electronics EAGLE-Dateien direkt übernehmen?

Autodesk beschreibt EAGLE-Schaltpläne, Boards und Bibliotheken als mit Fusion Electronics kompatibel. Auch bei diesem direkteren Pfad sind Revisionskontrolle und Vergleichsprüfung erforderlich, bevor ein Serienprodukt freigegeben wird.

Ist KiCad für professionelle Multilayer-PCBs geeignet?

Ja. KiCad unterstützt moderne Multilayer-, Routing-, Regel-, 3D- und Fertigungsworkflows. Die Eignung für ein konkretes Produkt hängt von Stackup, Constraint-Abbildung, Bibliotheksqualität, Teamprozess und erforderlichen Spezialanalysen ab.

Ist KiCad komplett kostenlos?

KiCad kann ohne Lizenzgebühr verwendet werden. Kosten entstehen trotzdem für Schulung, Bibliotheken, Vorlagen, Support, Automatisierung, Reviews und Qualifikation. Im Unterschied zu einem Pflichtabonnement bleiben diese Prozessinvestitionen stärker unter eigener Kontrolle.

Ist Fusion Electronics besser für Gehäuseentwicklung?

Fusion bietet einen eng integrierten Elektronik- und Mechanikworkflow und ist deshalb bei häufigen PCB-Gehäuse-Iterationen attraktiv. KiCad kann 3D-Modelle und Austauschformate nutzen, benötigt für einen vergleichbaren Unternehmensprozess jedoch klar definierte MCAD-Übergaben oder zusätzliche Werkzeuge.

Ist ein fehlerfreier KiCad- oder Fusion-DRC ausreichend für die Fertigung?

Nein. DRC prüft nur konfigurierte Designregeln. Fertigungsreife benötigt zusätzlich DFM, Stackup- und Impedanzfreigabe, Bibliotheksprüfung, unabhängige Ausgabekontrolle, Bestückungsdaten und gegebenenfalls Testplanung.

Welche Fertigungsdateien erzeugt KiCad?

KiCad kann unter anderem Gerber, Bohrdaten, IPC-2581, ODB++, Stücklisten- und Bestückungsdaten erzeugen. Das konkrete Paket muss mit dem Leiterplatten- und Bestückungshersteller abgestimmt und vor Bestellung visuell sowie strukturell geprüft werden.

Sollte man EAGLE-Projekte direkt vor Serienstart migrieren?

Nur mit ausreichender Zeit für Vergleich, Prototyp und Requalifikation. Ein Toolwechsel kurz vor Serienstart erhöht Bibliotheks-, Geometrie-, Regel- und Ausgaberisiken. Besser ist ein repräsentativer Pilot mit festgelegten Abnahmekriterien.

Muss ein PCB-Hersteller native KiCad- oder EAGLE-Dateien erhalten?

Nicht zwingend. Die verbindliche Grundlage kann ein freigegebenes Gerber-, ODB++- oder IPC-2581-Paket mit Zeichnungen und PCBA-Daten sein. Native Dateien helfen bei Rückfragen, dürfen aber nicht zu einer unkontrollierten Neuerzeugung anderer Fertigungsdaten führen.

Welche Unterlagen braucht HILPCB für ein migriertes EAGLE-Projekt?

Benötigt werden die freigegebenen PCB- und PCBA-Ausgaben, Stackup und Spezifikation, BOM, Bestückungsdaten, Zeichnungen, Mengen, Testanforderungen und die Information, welche Zielrevision nach der Migration verbindlich ist. Bei einem Vergleichsauftrag ist auch die letzte freigegebene EAGLE-Ausgabe hilfreich.

Fazit: KiCad oder Fusion statt EAGLE für neue PCB-Projekte

Der klassische Vergleich „KiCad vs EAGLE“ hat 2026 eine neue Ausgangslage: EAGLE ist ein Legacy-System ohne Verkauf und Support, während KiCad und Fusion Electronics aktiv weiterentwickelt werden. KiCad ist stark bei Offenheit, lokaler Datenkontrolle, plattformübergreifender Nutzung und Git-basierten Prozessen. Fusion ist stark bei nativer EAGLE-Weiterführung, Autodesk-Datenverwaltung und enger ECAD-MCAD-Integration.

Für bestehende EAGLE-Produkte sollte die Entscheidung über ein repräsentatives Pilotprojekt fallen. Dabei werden nicht nur Dateien importiert, sondern Bibliotheken, Regeln, Geometrie, 3D, BOM und Fertigungsausgabe gegen einen bekannten Referenzstand geprüft. Für neue Projekte ist es meist günstiger, den Zielprozess von Anfang an in KiCad oder Fusion aufzubauen, statt vor Serienfreigabe erneut das EDA-System zu wechseln.

Unabhängig vom Tool bleibt die Fertigungsübergabe gleich wichtig: eindeutige Revision, vollständige PCB- und PCBA-Daten, unabhängige Ausgabeprüfung, DFM und messbare Abnahmekriterien. Erst diese Kette macht aus einem EDA-Projekt eine reproduzierbare Leiterplatte oder Baugruppe.